Wissen · Kiez
Secondhand in Friedrichshain
Zwischen Warschauer Straße und Boxhagener Platz reiht sich ein Laden an den nächsten. Die Preise unterscheiden sich um den Faktor zehn — und das hat Gründe, die man erkennen kann.
Drei Arten von Laden
Der Secondhand-Laden. Sortierte Gebrauchtware, nach Größe und Art gehängt, mit Preisschild am Stück. Du zahlst dafür, dass jemand vorher aussortiert hat.
Der Vintage-Laden. Dasselbe, aber mit Auswahl nach Jahrzehnt und Stil. Hier kostet ein Hemd, was im Secondhand drei kosten — weil jemand entschieden hat, dass es ein Stück von damals ist und nicht bloß alt.
Der Kilo-Laden. Ware nach Gewicht. Nichts ist sortiert, alles kostet dasselbe pro Kilo. Das ist die günstigste und die zeitaufwendigste Variante.
Die Rechnung beim Kilo
Kilo-Preise belohnen schwere Sachen. Ein Wollmantel wiegt gut ein Kilo und kostet dann so viel wie zehn T-Shirts, die zusammen dasselbe wiegen. Wer T-Shirts sucht, zahlt beim Kilo drauf. Wer Mäntel, Jacken und Jeans sucht, macht das Geschäft.
Worauf du guckst
Immer dieselben vier Stellen:
Bei bedruckten Shirts zusätzlich: den Druck an einer Kante prüfen. Reißt er, geht er beim nächsten Waschgang.
Wann du gehst
Montag oder Dienstag. Am Wochenende wird durchgewühlt, danach wird nachgelegt. Wer freitags nachmittags kommt, sieht, was drei Tage lang niemand wollte.
Und der Markt?
Die Flohmärkte sind die dritte Variante — dort verkaufen Privatleute direkt. Günstiger als jeder Laden, unsortierter als jeder Kilo-Bestand. Was wo lohnt, steht in der Übersicht.
Mehr aus dem Kiez
Stand: 2026-09-03