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Spätis in Friedrichshain

Spätis dürfen in Berlin sonntags grundsätzlich nicht öffnen. Das Verwaltungsgericht hat das im Mai 2019 bestätigt. Trotzdem ist der Späti das, was den Kiez nachts am Laufen hält.

Was ein Späti ist

Ein kleiner Laden, der offen hat, wenn andere zu sind. Getränke, Zigaretten, Süßkram, Chips, oft ein Kühlschrank mit Bier und ein Tisch davor. In Friedrichshain steht an vielen Ecken einer.

Das Wort kommt von Spätverkaufsstelle. „Spätverkauf" entstand in den fünfziger Jahren in der DDR, um Schichtarbeiter zu versorgen. „Spätkauf" kam in den Achtzigern in West-Berlin auf. Die Kurzform steht seit 2017 im Duden.

Die Rechtslage

Das ist der Teil, den viele nicht kennen: Sonntags müssen Spätis grundsätzlich geschlossen bleiben. Das Verwaltungsgericht Berlin hat das im Mai 2019 bestätigt — sie fallen nicht unter die Ausnahme für Touristenläden.

Was sonntags überhaupt verkauft werden darf, ist eng geregelt:

Was das gekostet hat

Kontrolliert wird das. 2012 zeigte ein Anwohner in Prenzlauer Berg 48 Verstöße an, es gab Bußgelder zwischen 150 und 2500 Euro. 2015 kamen in Friedrichshain-Kreuzberg 35.000 Euro Bußgeld zusammen, in Neukölln 70.000.

Nach dem Ende der Sonntagsöffnung 2016 machten laut dem Verein Berliner Späti rund 800 Läden dicht.

Was das für den Kiez heißt

Der Späti ist mehr als ein Laden. Er ist der Ort, an dem man um zwei Uhr nachts noch jemanden trifft, und der Tisch davor ist im Sommer die günstigste Kneipe der Stadt.

Genau dieses Modell steht rechtlich auf dünnem Eis — nicht wegen der Nächte unter der Woche, sondern wegen des Sonntags. Wer sonntags vor verschlossener Tür steht, weiß jetzt, warum.

Sonntags trotzdem

Tankstellen und Bahnhofsläden fallen unter andere Regeln. Am Ostbahnhof und an der Warschauer Straße findest du etwas. Was du sonntags sonst noch machen kannst, steht unter Sonntag in Friedrichshain.

Häufige Fragen

Woher kommt das Wort Späti?
Von Spätverkaufsstelle. Der Begriff Spätverkauf entstand in den fünfziger Jahren in der DDR für Schichtarbeiter, Spätkauf kam in den achtziger Jahren in West-Berlin auf. Die Kurzform Späti steht seit 2017 im Duden.
Dürfen Spätis sonntags öffnen?
Grundsätzlich nicht. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied im Mai 2019, dass Spätis sonntags geschlossen bleiben müssen — sie gelten nicht als Touristenläden im Sinne der Ausnahmeregeln.
Was darf sonntags überhaupt verkauft werden?
Blumen, Zeitungen und Zeitschriften, Backwaren und Milchprodukte von 7 bis 16 Uhr. Getränke von 13 bis 20 Uhr. Alkohol sonntags gar nicht.
Wird das kontrolliert?
Ja. 2015 wurden allein in Friedrichshain-Kreuzberg 35.000 Euro Bußgeld verhängt, in Neukölln 70.000. Nach dem Ende der Sonntagsöffnung 2016 schlossen laut Interessenvertretung rund 800 Läden.
Wo bekomme ich sonntags trotzdem etwas?
An Tankstellen und in Bahnhofsläden — für die gelten andere Regeln. Am Ostbahnhof und an der Warschauer Straße wirst du fündig.

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Stand: 2026-09-03