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Stralauer Halbinsel

Eine Landzunge zwischen Spree und Rummelsburger See, zehn Minuten vom Ostkreuz. Erstmals erwähnt 1358, mit einer Dorfkirche von 1464 — und ohne eine einzige Kneipenmeile.

Was das ist

Eine schmale Landzunge zwischen Spree und Rummelsburger See, im Südosten des Bezirks. Auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Wasser, dazwischen eine Straße und Wohnbebauung.

Wer aus dem Boxi-Kiez kommt, merkt den Unterschied nach fünfzig Metern: keine Kneipen, kein Durchgangsverkehr, kaum Leute.

Älter als alles andere hier

Stralau war ein Fischerdorf. Am 6. Mai 1358 kaufte Berlin-Kölln es einem Ritter ab — das ist die erste urkundliche Erwähnung. Die Dorfkirche entstand zwischen 1459 und 1464 und wurde am 24. August 1464 geweiht.

Sie steht am Ende der Halbinsel und ist damit das mit Abstand älteste Gebäude in dieser Ecke Berlins. Alles andere ringsum ist jünger als hundertfünfzig Jahre.

Der Fischzug

1574 wurde nach einem Fangverbot ein Volksfest daraus: der Stralauer Fischzug, jährlich beginnend am 24. August, dem Bartholomäustag. Es wuchs sich zu einem der größten Berliner Feste aus und wurde 1873 verboten. 1923 gab es einen kurzen Wiederbelebungsversuch, um 1998 wurde es endgültig eingestellt.

Nach 1990

Mit der Wende schlossen die Betriebe auf der Halbinsel. Danach war Stralau als Olympisches Dorf im Gespräch, gebaut wurde am Ende Wohnraum im Rahmen der Entwicklung an der Rummelsburger Bucht — bewusst mit wenig Autoverkehr geplant.

Das erklärt, warum es dort heute so aussieht, wie es aussieht: neu, ruhig und ein bisschen unfertig.

Wann du hingehst

Wenn du im Kiez warst und genug hast. Der Weg vom Ostkreuz dauert zehn Minuten, dann bist du am Wasser und läufst die Halbinsel ab — eine gute Stunde hin und zurück, mit Blick auf beide Seiten.

Am besten am späten Nachmittag. Die Sonne steht dann über dem See.

Häufige Fragen

Wo liegt Stralau?
Als Landzunge zwischen Spree und Rummelsburger See, im Südosten von Friedrichshain. Vom Bahnhof Ostkreuz sind es rund zehn Minuten zu Fuß.
Wie alt ist Stralau?
Das Fischerdorf wurde am 6. Mai 1358 erstmals urkundlich erwähnt, als Berlin-Kölln es einem Ritter abkaufte.
Was ist die Dorfkirche Stralau?
Eine Kirche von 1459 bis 1464, geweiht am 24. August 1464. Sie steht am Ende der Halbinsel und ist das älteste Gebäude weit und breit.
Was war der Stralauer Fischzug?
Ein Volksfest, das 1574 nach einem Fangverbot entstand und jährlich am 24. August begann. 1873 wurde es verboten, 1923 kurz wiederbelebt und um 1998 endgültig eingestellt.
Was kann man dort machen?
Am Wasser laufen. Es gibt keine Sehenswürdigkeit außer der Kirche und keine Ausgehmeile — das ist der Punkt.

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Stand: 2026-09-03