GRINS · Friedrichshain

Wissen · Kiez

Samariterviertel

Das Viertel um die Samariterkirche und die Samariterstraße, zwischen Frankfurter Allee und Ringbahn. Altbau, Kneipen, wenig Durchgangsverkehr — und eine Kirche mit Geschichte.

Wo es liegt

Nordöstlich vom Boxhagener Platz, jenseits der Frankfurter Allee. Das Bezirksamt zieht die Grenzen so: Ringbahn im Osten, Eldenaer Straße und das alte Schlachthofgelände im Norden, Petersburger Straße und Bersarinplatz im Westen, Frankfurter Allee im Süden.

Vom Alexanderplatz sind es dreieinhalb Kilometer. Die U5 hält an der Samariterstraße.

Warum es anders ist als der Boxi

Beide Viertel sind Altbau, beide haben Kneipen und Läden. Der Unterschied ist der Durchgangsverkehr: Zum Boxi fahren Leute hin. Ins Samariterviertel nicht.

Das merkt man an den Preisen, an der Wartezeit und daran, wer an den Tischen sitzt. Wer sonntags nach dem Flohmarkt noch etwas essen will, ohne anzustehen, geht in diese Richtung.

Die Kirche

Die Samariterkirche wurde zwischen dem 7. Mai 1892 und dem 20. Oktober 1894 gebaut, Architekt war Gotthilf Ludwig Möckel, der Stil märkische Backsteingotik.

Interessant ist nicht der Bau, sondern was darin passierte. In den achtziger Jahren wurde die Kirche ein Zentrum der entstehenden Friedensbewegung in der DDR — unter den Pfarrern Rainer Eppelmann, Thomas Welz und Günter „Holly" Holwas.

Berühmt und umstritten wurden die Blues-Messen zwischen 1979 und 1986: Gottesdienste mit Bluesmusik, zu denen tausende junge Leute kamen, die mit Kirche sonst nichts zu tun hatten. Für die Staatsführung war das ein Problem, weil sich hier Leute versammelten, die sich sonst nirgends versammeln durften.

Schon fünfzig Jahre früher war das Haus politisch: In der NS-Zeit war es ein Zentrum des Pfarrernotbunds, aus dem im Mai 1934 die Bekennende Kirche hervorging.

Was du hier machst

Nichts Bestimmtes. Das ist der Punkt. Ein Viertel zum Durchlaufen, mit einer Kirche, an der man vorbeikommt, und Kneipen, in denen niemand fotografiert.

Wer die Runde macht: Vom Boxhagener Platz über die Frankfurter Allee nach Norden, dann durch die Samariterstraße bis zur Ringbahn. Von dort ist es nicht weit zum Ostkreuz.

Häufige Fragen

Wo liegt das Samariterviertel?
In Friedrichshain, rund dreieinhalb Kilometer vom Alexanderplatz. Begrenzt von der Ringbahn im Osten, der Eldenaer Straße im Norden, Petersburger Straße und Bersarinplatz im Westen und der Frankfurter Allee im Süden.
Woher hat das Viertel seinen Namen?
Von der Samariterkirche und der Samariterstraße, um die es sich legt. Die U-Bahn-Station Samariterstraße trägt den Namen ebenfalls.
Wie alt ist die Samariterkirche?
Gebaut vom 7. Mai 1892 bis zum 20. Oktober 1894, von Gotthilf Ludwig Möckel, in märkischer Backsteingotik.
Was waren die Blues-Messen?
Gottesdienste mit Bluesmusik, die zwischen 1979 und 1986 in der Samariterkirche stattfanden. Sie zogen tausende junge Leute an und waren der DDR-Führung ein Dorn im Auge.
Wie unterscheidet es sich vom Boxhagener Kiez?
Weniger Kneipen, weniger Touristen, mehr Alltag. Wer im Boxi-Kiez wohnt und Ruhe will, geht hier essen.

Dazu das Shirt

SAMARITER
SAMARITER

Mehr aus dem Kiez

Stand: 2026-09-03