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Kandi
Selbstgemachte Armbänder aus Plastikperlen, oft mit Buchstaben. Sie werden nicht verkauft, sondern getauscht — und zwar mit einem festgelegten Handschlag.
Was Kandi ist
Armbänder aus billigen Plastikperlen, auf Gummiband gefädelt, meistens mit Buchstabenperlen dazwischen. Sie werden selbst gemacht, sind einzeln wertlos und deshalb nur als Geste etwas wert.
Die Idee kommt aus der amerikanischen Ravekultur: Man macht mehrere, trägt sie am Unterarm und gibt sie im Lauf einer Nacht weg.
Der Handschlag
Getauscht wird nicht einfach so. Es gibt eine Abfolge, den PLUR-Handschlag — vier Bewegungen, eine für jeden Buchstaben:
Das ist der vermutlich einzige Brauch der Clubkultur mit einer festen Choreografie.
Warum es kein Souvenir ist
Ein Kandi ist deshalb etwas wert, weil es jemand gemacht und weggegeben hat. Ein gekauftes Armband hat dieselben Perlen und keine Bedeutung — es ist der Unterschied zwischen einem Brief und einer Grußkarte aus dem Regal.
Deshalb funktioniert die Sache auch nicht als Produkt. Man kann Perlen verkaufen, nicht Kandi.
In Deutschland
Hier ist Kandi ein Zitat, kein Alltag. Auf den großen amerikanischen Festivals tragen Leute Armbänder bis zum Ellenbogen. In Berlin sieht man sie selten und dann meist bei Leuten, die drüben waren.
Genau deshalb taugt es als Motiv: Es steht für eine Freundlichkeit, die hier nie ganz angekommen ist.
Häufige Fragen
- Was ist Kandi?
- Selbstgemachte Armbänder aus bunten Plastikperlen, häufig mit aufgefädelten Buchstaben. Sie stammen aus der amerikanischen Ravekultur und werden untereinander getauscht.
- Wie funktioniert der Tausch?
- Über den PLUR-Handschlag: vier Bewegungen für Peace, Love, Unity, Respect. Am Ende wird das Armband vom einen Handgelenk auf das andere geschoben.
- Kann man Kandi kaufen?
- Kaufen kann man Perlen. Der Punkt ist aber das Selbermachen und das Verschenken — ein gekauftes Kandi widerspricht der Idee.
- Ist das eine deutsche Sache?
- Nein. Kandi gehört zur amerikanischen Festivalszene, in Deutschland ist es eher Zitat als Praxis.
- Was steht auf den Armbändern?
- Namen, Sprüche, Abkürzungen, Songtitel. Oft PLUR, oft der Name des Festivals oder der Person, für die es gemacht wurde.
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Stand: 2026-09-03